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Der kleine Umweg mit Folgen

17. Dezember 2019

Blog Beitrag Der kleine Umweg mit Folgen

Was gilt noch als Arbeitsweg?

Wir wissen das alle. Der direkte Weg von der Arbeitsstätte nach Hause ist von der gesetzlichen Unfallversicherung abgedeckt. So weit so gut. Doch wie liegt der Fall, wenn der Arbeitnehmer mal einen kleinen Umweg nimmt. Im konkreten Fall war der Umweg achtmal so lang.

Unser Arbeitnehmer war als Auszubildender zum Metallbauer beschäftigt und erlitt auf dem Heimweg mit seinem Motorrad einen Unfall, als ihm ein abbiegendes Auto die Vorfahrt nahm. Dabei erlitt er Verletzungen des rechten und linken Fußes sowie am rechten Handgelenk. Nicht schön, aber zumindest auf den ersten Blick von der gesetzlichen Unfallversicherung erfasst. Von wegen. Problem war nämlich, dass der Kläger zum Unfallzeitpunkt bereits 1,4 km vom direkten und üblichen Weg nach Hause abgewichen war. Aus diesem Grund erkannte die Berufsgenossenschaft dies nicht als Arbeitsunfall an. Der Kläger wandte ein, dass er einen Stau umfahren wollte. 

Für die Berufsgenossenschaft war der vom Versicherten gewählte Weg aber verkehrsbedingt nicht nachvollziehbar. Und so sah es auch das Sozialgericht Osnabrück mit Urteil vom 01.08.2019 Az. S 19 U 251/17. Zur Begründung hat es ausgeführt, dass der Kläger zwar grundsätzlich einer versicherten Tätigkeit nachgegangen ist, als er sich nach dem Ende seiner Arbeitszeit auf den Weg nach Hause machte. Jedoch hat der Kläger zum Unfallzeitpunkt keinen durch die Wegeunfallversicherung geschützten Weg mehr zurückgelegt. Es lag kein unmittelbarer Weg im Sinne des § 8 Abs. 2 Nr. 1 SGB VII vor. Wäre der Kläger seinem gewählten Weg weitergefahren, so wäre dieser achtmal so lang, wie der normale restliche Heimweg. Das Sozialgericht konnte keine Gründe erkennen, die es rechtfertigen, diesen längeren Weg unter den Schutz der Wegeunfallversicherung zu stellen. Der Stau wäre dann doch die bessere Alternative gewesen.

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