Finden Sie Ihr passendes Seminar
Seminarsuche

Nachtzuschlag

16. Januar 2019

Wieviel mehr gibt es für die Nachtarbeit?

Diese Frage stellen sich sehr viele Arbeitnehmer. Nachtarbeitszuschläge sind sehr häufig in Tarifverträgen geregelt. Doch was passiert, wenn kein Tarifvertrag Anwendung findet?

Die gesetzliche Regelung

Zunächst schauen wir einmal ins Gesetz und zwar in § 6 ArbZG, dort Absatz 5. Der Paragraph sieht vor, dass der Arbeitnehmer für die während der Nachtzeit geleisteten Arbeitsstunden einen angemessenen Zuschlag auf sein Bruttogehalt oder eine entsprechende Anzahl freier Tage erhält. Richtig weiter hilft einem das aber auch nicht, denn was ist „angemessen“?

Die Rechtsprechung des BAG

Das BAG hält in ständiger Rechtsprechung einen Zuschlag von 25 % für angemessen.

Der Fall

Eine examinierte Altenpflegerin ist seit über 20 Jahren in einem privaten Seniorenpflegedienst beschäftigt. Für 35 Stunden pro Woche erhält sie einen Bruttolohn von 2.041 €. Sie arbeitet im Schichtdienst. Für die zu leistenden Stunden während des Nachtdienstes erhält sie einen Zuschlag von 1,08 pro Stunde, was in etwa 10 % des Bruttolohns beträgt. Sie verlangt vom Arbeitgeber den üblichen Nachtzuschlag von 25 %, was dieser aber ablehnt. Zur Begründung führt der Arbeitgeber aus, dass die Arbeitnehmerin nachts nur Tätigkeiten ausführt, die eben auch nur zu dieser Zeit zu erledigen sind. Seiner Meinung nach ist der Nachtzuschlag von 25 % nur angemessen, wenn nachts auch Arbeiten auszuführen seien, die nicht zwingend nachts zu erfolgen hätten. Die übliche Gesundheitsbelastung der Nachtarbeit sei daher mit 10 % Nachtzuschlag angemessen ausgeglichen.

Die Entscheidung des LAG Mecklenburg-Vorpommern

Dies sah das LAG Mecklenburg-Vorpommern mit seiner Entscheidung vom 27.06.2018, Aktenzeichen 3 Sa 226/17, anders und folgte der Rechtsprechung des BAG. Eine Absenkung des Nachtzuschlags auf unter 25 % sei nur möglich, wenn die Belastung durch die Nachtarbeit im Vergleich zum Üblichen geringer ist. Dies könne gegeben sein, wenn in die Nachtschicht in nicht unerheblichem Umfang Arbeitsbereitschaft fällt oder es sich um einen nächtlichen Bereitschaftsdienst handelt, bei dem von vornherein von einer geringeren Arbeitsbelastung auszugehen ist. Einen solchen Bereitschaftsdienst gab es im vorliegenden Fall aber nicht. Die Arbeitnehmerin war nachts sogar als allein Verantwortliche einem besonderen physischen Druck ausgesetzt, so dass eine Absenkung des Zuschlags nach Meinung des LAG vorliegend nicht in Betracht kommt. 

Seminar
Betriebsverfassungsrecht – Teil 2 (BR 2)
Seminar
Die Vertretung der Schwerbehinderten – Teil 2
Seminar
Betriebsverfassungsrecht – Teil 3 (BR 3)
Seminar
aas-Kongress „Herausforderungen an die Betriebsratsarbeit 2020“
mit Video
Seminar
Erfurter aas-Kongress
mit Video
Seminar
Arbeitsrecht – Teil 1 (AR 1)
Seminar
Die Wahl zur Jugend- und Auszubildendenvertretung
Seminar
Aktuelle Rechtsprechung zum Arbeits- und Betriebsverfassungsrecht
Seminar
Datenschutz und Mitarbeiterkontrolle – Teil 1
Seminar
Fachkraft für Datenschutz (DEKRA)
Seminar
Die aktuelle Rechtsprechung des Europäischen Gerichtshofs (EuGH)
Seminar
#MeToo – Sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz
Haben Sie Fragen zu unseren Seminaren und Kongressen oder rund um aas?
Rufen Sie uns an
oder nutzen Sie unser Kontaktformular
Zum Kontaktformular