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Den Generationswechsel im Betriebsrat organisieren

30. September 2019

Interview mit Peter Bleyl, Geschäftsführer der aas
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aas-Geschäftsführer Peter Bleyl

Worum geht es überhaupt beim Thema „Generationswechsel im Betriebsrat“?

Peter Bleyl: In vielen Betriebsratsgremien werden zur nächsten Amtszeit Kolleginnen und Kollegen altersbedingt ausscheiden. Dadurch wird viel Erfahrungswissen verloren gehen. Es geht also darum, eine Strategie zu erarbeiten, um das Wissen ausscheidender Betriebsratsmitglieder für die Nachfolger im Gremium zu erhalten.

„Es geht natürlich nicht nur darum, frühzeitig Nachwuchs zu finden“

Welche Fragestellungen ergeben sich hier als Erstes? 

Peter Bleyl: Zunächst geht es um die ganz grundlegende Frage, wer für diese Nachfolge überhaupt in Betracht kommt bzw. darum, wie jüngere Beschäftigte für eine Mitarbeit im Betriebsrat gewonnen werden können.

Genau das beschreiben viele Betriebsräte aber als große Herausforderung. Hier wird häufig beklagt, dass es immer schwieriger wird, neue Kolleginnen und Kollegen für die Arbeit im Betriebsrat zu gewinnen. Wie soll man vorgehen?

Peter Bleyl:  Es ist wichtig, dass im Betriebsrat rechtzeitig damit begonnen wird, eine Strategie für die Gewinnung neuer Mitglieder zu entwickeln. Es gilt hier aufzuzeigen, dass die Betriebsratsarbeit viel attraktiver ist, als häufig angenommen wird. Es ist doch spannend, dass man als Betriebsratsmitglied aktiv die Verbesserung der Arbeitsbedingungen mitgestalten kann, auch wenn das manchmal ziemlich anstrengend ist. Dafür muss der Betriebsrat den Beschäftigten anschaulich machen, was ein Betriebsrat 
macht und was er auch für die Belegschaft durchsetzen kann. Wichtig ist natürlich auch, Kolleginnen und Kollegen gezielt anzusprechen. In jedem Betrieb gibt es Leute, die sich zu Wort melden, sei es auf einer Betriebsversammlung oder am Arbeitsplatz.

Wie sichert man den Kompetenzverlust, der durch das Ausscheiden älterer Betriebsratsmitglieder eintritt?

Peter Bleyl: Es geht natürlich nicht nur darum, frühzeitig Nachwuchs zu finden, sondern auch darum, die Qualität und Kontinuität der Betriebsratsarbeit zu sichern. Hier geht es um den entsprechenden Wissens- und Erfahrungstransfer. Dafür ist es wichtig, zunächst zu definieren, welches Wissen für welche Aufgaben erforderlich ist. Was kann und muss durch Schulungen angeeignet werden und was können die weniger erfahrenen Kolleginnen und Kollegen von den „alten Hasen“ lernen? Hierfür ist Praxis erforderlich! Die Jüngeren müssen die Älteren bei der Wahrnehmung der täglichen Arbeit begleiten. Es geht darum, praktisch Aufgaben, Lösungswege und Kontakte, aber auch unterschiedliche Arbeitsstile kennenzulernen. Und dann müssen die Jüngeren Schritt für Schritt Verantwortung übernehmen. Hier muss man dann bestimmte Aufgaben auf sie delegieren. Dafür muss man ihnen etwas zutrauen und akzeptieren, dass sie manches vielleicht anders machen.

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