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Arbeitsunfall im Home-Office

09. Januar 2019

Für viele Mitarbeiter ist das Home-Office ein attraktiver Arbeitsplatz. Doch wie sieht es bei einem Unfall in den eigenen vier Wänden aus?

Worum ging es?

Das Bundessozialgericht musste sich nun mit einem Fall befassen, bei dem sich eine Mitarbeiterin bei einem Sturz auf der Treppe eine Wirbelsäulenverletzung zugezogen hatte – im Home-Office. Dies war in diesem Fall dann auch ihr regelmäßiger Arbeitsort. Die Mitarbeiterin, hier also die Klägerin, hatte ihr Büro im Kellergeschoss ihres Hauses eingerichtet. Der Sturz auf der Treppe ereignete sich auf dem Weg zu einem vom Arbeitgeber angeordneten Telefongespräch.

So entschied das Gericht

Das Bundessozialgericht stellte im konkreten Fall klar, dass die Klägerin einen Arbeitsunfall gemäß § 8 Abs. 1 Satz 1 SGB VII erlitten hat. Zur Begründung verwies das Bundessozialgericht auf den Begriff der Handlungstendenz. Danach ist ein Arbeitsunfall immer dann gegeben, wenn der Geschädigte eine dienstliche Tätigkeit verrichtet. Und so lag der Fall eben hier. Die Klägerin benutzte die Treppe, um in ihrem Büro weisungsgemäß ein Telefonat mit ihrem Arbeitgeber zu führen. Dieses Telefonat war demnach dienstlich veranlasst. Somit stand auch der Weg zum Büro unter Versicherungsschutz. Der Fall läge anders, wenn die Klägerin die Treppe z. B. benutzt hätte, um irgendwelche Sachen aus dem Keller zu holen, die nichts mit ihrer beruflichen Tätigkeit zu tun haben. Bei einem etwaigen Sturz würde es sich dann eben nicht um einen Arbeitsunfall handeln.

Fazit

Zur Beurteilung, ob ein Arbeitsunfall vorliegt, ist immer auf die Handlungstendenz, den Unfallort, den Unfallzeitpunkt und die objektive Zweckbestimmung der verrichteten Tätigkeit abzustellen – es muss also überprüft werden, ob der Geschädigte eine dienstliche oder eine private Tätigkeit verrichtet hat, so dass Bundessozialgericht. Und dass der Versicherungsschutz eben nicht an der Haustür endet, wie sonst üblich, dürfte vorliegend auch nachvollziehbar sein. Bei Home-Office-Arbeitsplätzen wird nämlich der häusliche Bereich mit in den Versicherungsschutz einbezogen.

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