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Muss ich als Arbeitnehmer während der Quarantäne arbeiten?

Hierbei muss zwischen den tatsächlich erkrankten und nicht erkrankten Arbeitnehmern unterschieden werden.

Bei nicht infizierten Arbeitnehmern in der Quarantäne sind diese auch verpflichtet, im häuslichen Büro zu arbeiten, wenn ihre Ausrüstung (Laptop, Handy usw.) vor Ort sind. Umgekehrt kann der Arbeitnehmer seine Arbeit nicht verweigern, nur weil er sich in Quarantäne befindet – vorausgesetzt, seine Arbeit ist Homeoffice-geeignet. Arbeitet er dann trotzdem nicht, ist dies eine Arbeitsverweigerung – eine Abmahnung oder Kündigung kann die Folge sein.

Natürlich kann der Arbeitnehmer rein faktisch nicht an seiner Maschine arbeiten, die er normalerweise bedient, wenn er unter Quarantäne steht. Dann kann der Arbeitgeber ihm aber eine andere Arbeit zuweisen, die er ihm im Rahmen seines Weisungsrecht nach § 106 BGB übertragen könnte.

Nur dann, wenn der Arbeitnehmer tatsächlich infiziert ist – und auch krankgeschrieben –, ist er nicht verpflichtet, seine Arbeit aufzunehmen.

Wer zahlt, wenn ich an Corona erkranke? 

In diesem Fall gelten die normalen Regeln für Lohnfortzahlung im Krankheitsfall. Der Betroffene hat für sechs Wochen Anspruch auf Entgeltfortzahlung (§ 3 EFZG). Sollte die Erkrankung länger dauern, hat er grundsätzlich Anspruch auf Krankengeld (= Ersatzleistung der gesetzlichen Krankenversicherung).

Wer zahlt, wenn ich „nur“ in Quarantäne muss, ohne zu erkranken?

Hier greift das Gesetz zur Verhütung und Bekämpfung von Infektionskrankheiten (genauer: § 56 IfSG). Das Nettogehalt kommt dann weiterhin vom Arbeitgeber. Dieser kann sich den Betrag jedoch zurückholen, allerdings nur von der Behörde, die die Quarantäne angeordnet hat.

Übrigens: Wer in Quarantäne ist, aber nicht erkrankt, muss, wenn die Eigenart der Arbeit es erlaubt und die entsprechenden Möglichkeiten (z.B. Dienstlaptop) gegeben sind, trotzdem seine Arbeitsleistung erbringen. Das ergibt sich aus der Treuepflicht zum Arbeitgeber.

Habe ich, wenn ich mich während der Arbeitszeit anstecke, Ansprüche gegen den Arbeitgeber? Wenn ja, welche?

Dazu muss der Arbeitnehmer seinem Arbeitgeber nachweisen, dass er eine zurechenbare Pflichtverletzung begangen hat und ein Verschulden gegeben ist. Das wird wohl schwierig sein, insbesondere wenn der Arbeitgeber die Hygienestandards einhält. Man könnte überlegen, dass es anders sein könnte, wenn der Arbeitgeber vorsätzlich verschweigt, dass ein Arbeitnehmer erkrankt ist und ihn weiterhin im Betrieb arbeiten lässt. Aber auch dies ist aufgrund der bestehenden Sensibilisierung aller Arbeitnehmer zu Corona wenig wahrscheinlich.

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