Finden Sie Ihr passendes Seminar
Kann der Arbeitgeber einen Arbeitnehmer wegen seiner Covid-19-Erkrankung personenbedingt kündigen?

Ist ein Arbeitnehmer arbeitsunfähig erkrankt, kann der Arbeitgeber unter Umständen zu einer Kündigung berechtigt sein. Der Arbeitnehmer muss allerdings alle Anforderungen an krankheitsbedingte Kündigungen erfüllen. Dazu muss eine negative Gesundheitsprognose vorliegen. Das bedeutet, es muss sich um eine langandauernde oder häufig auftretende Krankheit handeln. Die Erkrankung von Corona ist jedoch weder langdauernd noch häufig auftretend, sodass diese Voraussetzung bei dieser Erkrankung nicht vorliegt. Eine krankheitsbedingte Kündigung wäre somit nicht gerechtfertigt.

Kann der Arbeitgeber verhaltensbedingt kündigen, wenn der Arbeitnehmer aus Angst vor einer möglichen Ansteckung nicht mehr zur Arbeit kommt? 

Verhaltensbedingt können Kündigungsgründe sein, wenn der Arbeitnehmer ein Fehlverhalten an den Tag legt oder eine Verletzung der arbeitsvertraglichen Pflichten vorliegt, auf das bzw. die er Einfluss nehmen kann. Bestehen im Betrieb konkrete Anhaltspunkte einer Infektionsgefahr von Corona, ist es dem Arbeitnehmer nicht zuzumuten, die Arbeitsstätte aufzusuchen – die Frage nach dem Homeoffice stellt sich dann natürlich als nächstes.

Wenn aber nur ganz abstrakt die Befürchtung besteht, dass man sich anstecken könnte, ist die Erbringung der Arbeitsleistung nicht unzumutbar. Eine Abmahnung und eine Kündigung könnten bei wiederholtem Nichterscheinen am Arbeitsplatz gerechtfertigt sein. Daher bietet es sich an, flexible Arbeitszeiten oder das Homeoffice als Möglichkeit zu nutzen, um in Zeiten von Corona die beiderseitigen Pflichten von Arbeitgeber und Arbeitnehmer zu ermöglichen.

Kann der Arbeitgeber aufgrund der Corona-Krise betriebsbedingt kündigen?

Unternehmen sind zurzeit sehr belastet – Aufträge brechen weg, Lieferketten sind unterbrochen, Kurzarbeit droht oder findet statt. Die schnelle Möglichkeit, einfach die Personalkosten durch Kündigung zu senken, ist aber für den Arbeitgeber weiterhin nur dann möglich, wenn drei Voraussetzungen gegeben sind: Es müssen erstens dringende betriebliche Erfordernisse vorliegen wie z. B. Auftragsrückgang oder Umsatzausfall. Diese Gründe müssen zweitens dazu führen, dass Arbeitsplätze auf Dauer wegfallen. Grundsätzlich ist das zurzeit noch nicht absehbar. Sobald die Infektionsgefahr wieder zurückgehen wird und sich damit auch die Folgen für viele Unternehmen verringern, ist diese Begründung für die Kündigung nicht ausreichend. Außerdem müsste drittens die Kündigung verhältnismäßig sein. Der Arbeitgeber muss also auch in Zeiten von Corona das letzte Mittel des Arbeitgebers sein. Kurzarbeit und Homeoffice müssen dann jedenfalls als milderes Mittel erfolglos versucht worden sein, um Kündigungen zu als letztes Mittel einzusetzen.

Weitere Fragen rund um....

mein.aas schließen
Sie sind nicht eingeloggt!