Mobbing ist in Betrieben immer wieder Thema und kann im schlimmsten Fall dazu führen, dass betroffene Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter krank werden. Dies muss der Arbeitgeber im Rahmen seiner Fürsorgepflicht bzw. im Rahmen seiner Pflichten aus dem Arbeitsschutzrecht verhindern. Mit welchen geeigneten Präventionsmaßnahmen Mobbing im Arbeitskontext frühzeitig und wirkungsvoll unterbunden werden kann, lesen Sie hier.
Lange gab es keine aktuellen Zahlen zum Thema Mobbing, bis das Bundesministerium für Arbeit und Soziales 2025 einen aktuellen Report veröffentlicht hat, der sich auch mit innerbetrieblichen Unterstützungsmöglichkeiten und Präventionsangeboten beschäftigt.
Gefährdungsbeurteilung bei psychischer Belastung
Die grundlegende Maßnahme ist die Analyse gefährdeter Arbeitsbereiche. Hierbei sollten insbesondere Bereiche mit einer hohen Fluktuation betrachtet werden. Dafür können bestehende Analyseinstrumente wie die Gefährdungsbeurteilung psychischer Belastungen genutzt werden.
Schaffen von Anlaufstellen und Vertrauenspersonen
Ansprechstellen und Vertrauenspersonen ermöglichen eine frühzeitige Intervention bei Mobbing-Handlungen. Dafür brauchen sie eine gewisse Handlungsgewalt, etwa das Informieren der Unternehmensleitung bei wiederkehrenden Mobbing-Fällen. Insbesondere Betroffene wünschen sich einen anonymen und niedrigschwelligen Kontakt.
Sensibilisierung und Aufklärung der gesamten Belegschaft
Die grundsätzliche Sensibilisierung aller Mitarbeitenden und Führungspersonen zum Thema Mobbing trägt zur Prävention bei. Hierbei sollte der Fokus besonders auf den weitreichenden Folgen für Betroffene und das gesamte Unternehmen liegen. Gleichzeitig sollte auf geeignete Anlaufstellen hingewiesen werden. Die Aufklärung kann in Form von Schulungen oder Weiterbildungen geschehen.
Fortbildung von Führungskräften
Klare Führungsstrukturen können dem Aufkommen von Mobbing entgegenwirken. Wichtige Fertigkeiten der Führungspersonen sind soziale Kompetenzen, Empathievermögen und Konfliktmanagement. So können sie das Auftreten von Mobbing unter ihren Mitarbeitenden frühzeitig erkennen und unterbinden. Regelmäßige Gesprächsangebote mit den Mitarbeitenden und Führungspersonen sowie eine externe Supervision für Führungskräfte können hilfreich sein.
Verhaltensrichtlinien oder Betriebsvereinbarungen
Ein partnerschaftlich-professionelles Verhalten im Arbeitskontext kann Mobbing aktiv entgegenwirken. Hierfür ist das Etablieren von Verhaltensrichtlinien oder Betriebsvereinbarungen hilfreich. Die Regelungen sollten allen Beschäftigten bekannt sein und auch Sanktionen bei Zuwiderhandlungen enthalten. Wichtig ist, die praktische Umsetzung der Verhaltensrichtlinien mitzudenken. So ist es beispielsweise ausschlaggebend, dass Führungspersonen dieses Verhalten aktiv vorleben.
Schaffen von klaren Organisationsstrukturen
Wesentlich ist auch das Schaffen klarer Strukturen, um Mobbing frühzeitig erkennen, managen und verhindern zu können. Dazu zählen auch Strukturen für einen proaktiven Umgang mit Mobbing-Meldungen.
Quelle: Mobbing-Report 2024 Bundesministerium für Arbeit und Soziales