Gewalt im Zug: Politik unter Handlungsdruck

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Die tödliche Attacke auf einen Zugbegleiter bei Kaiserslautern in der letzten Woche sorgt bundesweit noch immer für Trauer und Entsetzen. Forderungen nach mehr Schutz für Bahnmitarbeiter werden laut. Und auch sonst wird klar, dass hier jede Menge Handlungsbedarf besteht.

Zugbegleiter nach Angriff in Regionalexpress gestorben

Ein 36-jähriger Fahrkartenkontrolleur war am letzten Montag von einem Fahrgast niedergeschlagen worden und einen Tag später an seinen schweren Verletzungen gestorben. Der Grund: Der Fahrgast hatte keine Fahrkarte. Ganz Deutschland fragt sich nun, wie das sein kann.

Forderung nach mehr Sicherheit für Zugbegleiter

Immer mehr Stimmen aus der Politik werden laut: Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder ist der Ansicht, es muss mehr für den Schutz des Bahnpersonals getan werden. Bundesinnenminister Alexander Dobrindt fordert, den Angreifer "mit der vollen Härte des Gesetzes für seine brutale Tat" zu bestrafen. Der CSU-Politiker pocht darauf, den "strafrechtlichen Schutz für Mitarbeiter bei Dienstleistungsunternehmen wie der Bahn" deutlich zu verschärfen. Der Strafrahmen müsse ausgeweitet und die Mindeststrafen für Angriffe deutlich erhöht werden. Auch der rheinland-pfälzische Ministerpräsident Alexander Schweitzer und die saarländische Ministerpräsidentin Anke Rehlinger sprachen ihren Schock über die Tat und ihr Mitgefühl gegenüber den Angehörigen des Zugbegleiters aus und drängen auf mehr Schutzmaßnahmen.

Bodycams alleine reichen nicht

Aufgrund der zunehmenden Gewalt setzt die Deutsche Bahn (DB) zum Schutz ihrer Zugbegleiter vor Übergriffen (körperliche Angriffe, Beleidigungen) vermehrt auf Bodycams. Die Kameras wirken deeskalierend, da sie potenzielle Angreifer abschrecken und als Beweismittel dienen. Doch oft reicht das bloße – bisher freiwillige – Tragen der Cams nicht aus, um Konflikte zu beruhigen. Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) fordert jetzt mehr Sicherheitspersonal in den Zügen. Bundesverkehrsminister Schnieder (CDU) spricht von der Möglichkeit, Zugbegleiterinnen und Zugbegleiter nur noch zu zweit einzusetzen. Seit langer Zeit wird die wachsende Kriminalität und Brutalität im Bahnbereich beobachtet. Laut der Medien erwägt das Justizministerium jetzt, einen Gesetzentwurf anzupassen, um die Berufsgruppe besser zu schützen.

Sicherheitskonferenz geplant

Bahnchefin Palla will in den nächsten Tagen zu einem Sicherheitsgipfel einladen. Es sei wichtig, jetzt alle Entscheidungsträger, die für die Sicherheit im Bahnverkehr verantwortlich seien, an einen Tisch zu holen, sagte sie. Neben den Ländern sollen Vertreter des Bundesverkehrsministeriums, des Regionalverkehrs, der Gewerkschaften und der Bundespolizei an dem Gipfel teilnehmen.

Quelle: Tagesschau

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