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Wenn die Fußball-Weltmeisterschaft läuft, steigt die Begeisterung bei vielen Beschäftigten – doch für Arbeitgeber kann das Turnier auch Auswirkungen auf Produktivität und Personalplanung haben. Eine im Mai 2026 durchgeführte internationale Studie unter 8.000 Beschäftigten zeigt, dass viele Arbeitnehmer ihre Arbeitszeiten an die Spiele anpassen möchten oder mit Leistungseinbußen rechnen.
Rund ein Drittel der Befragten plant, während der WM seine Arbeitszeiten zu verändern. Jeder vierte Beschäftigte kann sich vorstellen, später zur Arbeit zu kommen, früher zu gehen oder ganz zu fehlen. Hinzu kommt, dass viele Beschäftigte damit rechnen, übermüdet oder sogar verkatert zur Arbeit zu erscheinen.
Auch das Verfolgen von Spielen während der Arbeitszeit spielt eine Rolle. Ein Teil der Befragten gab an, Spiele oder Highlights heimlich streamen zu wollen. Dadurch drohen Produktivitätsverluste, die sich nach Berechnungen der Studie weltweit auf rund 14,5 Milliarden Euro summieren könnten. Für Deutschland wird ein wirtschaftlicher Effekt von etwa 1,15 Milliarden Euro geschätzt.
Die Untersuchung zeigt außerdem, dass Beschäftigte von ihren Arbeitgebern mehr Flexibilität erwarten. Viele wünschen sich angepasste Arbeitszeiten oder kurzfristige Änderungen ihrer Schichten, um Spiele verfolgen zu können.
Besonders kritisch: Ein Teil der Befragten gibt an, einen Arbeitgeberwechsel in Betracht zu ziehen, wenn Dienstpläne keine Rücksicht auf die WM nehmen. Unternehmen stehen daher vor der Aufgabe, betriebliche Anforderungen und Mitarbeiterinteressen miteinander in Einklang zu bringen.
Da die Weltmeisterschaft über mehrere Wochen läuft und sich Spielpaarungen erst im Turnierverlauf ergeben, sind kurzfristige Anpassungen oft unvermeidbar. Unternehmen profitieren daher von einer vorausschauenden Personalplanung, klarer Kommunikation und flexiblen Lösungen.
Wer frühzeitig Regelungen für Arbeitszeiten, Schichttausch oder die Nutzung von Pausen festlegt, kann Konflikte vermeiden und die Motivation der Belegschaft stärken.
Betriebsräte sollten das Thema frühzeitig mit dem Arbeitgeber aufgreifen. Flexible Arbeitszeitregelungen, transparente Absprachen zu Schichttausch und klare Vorgaben zum Verfolgen von Spielen während der Arbeitszeit können dazu beitragen, betriebliche Abläufe zu sichern und gleichzeitig den Interessen der Beschäftigten gerecht zu werden.
Quelle: Pressemitteilung der UKG (PeopleDoc) Deutschland vom 2. Jun 2026
Umfang, Grenzen und Mitbestimmung des Betriebsrats beim Weisungsrecht
Ines Heinsius ist seit mehr als 20 Jahren im Bereich Fort- und Weiterbildung für Betriebsräte tätig. Neben der Konzeption und Entwicklung von Seminaren und Kongressen gehören sowohl die Kundenberatung zu Seminarinhalten und Schulungsanspruch als auch die Recherche und das Texten von redaktionellen Beiträgen zu den Schwerpunkten ihrer Tätigkeit. Ines Heinsius schreibt außerdem als freie Autorin regelmäßig Artikel für eine Fachzeitschrift für Betriebsräte.
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