Diskussion über telefonische Krankmeldung geht weiter

aas Blog – Diskussion über telefonische Krankmeldung geht weiter

Die Möglichkeit, sich auch telefonisch krankschreiben zu lassen, gibt es seit Dezember 2023. Sie gilt für Patienten, die der Praxis bekannt sind und bei denen keine schweren Symptome vorliegen (z. B. eine normale Erkältung).
Diese Reform wurde nicht „einfach so“ vorgenommen, sondern basiert auf den Erfahrungen mit der Corona-Regelung, gesetzlichen Vorgaben sowie einer Richtlinie des Gemeinsamen Bundesausschusses – mit dem Ziel, Abläufe im Gesundheitssystem dauerhaft zu vereinfachen. Doch von Anfang an war diese Neuerung dem einen oder anderen ein Dorn im Auge. Informieren Sie sich hier über den Stand der Dinge.

Pro Abschaffung 

Kritiker (Politiker, Arbeitgeber) fordern eine Abschaffung oder zumindest eine strenge Überprüfung der telefonischen Krankmeldung – aus folgenden Gründen: 

  • Hoher Krankenstand: Politiker (u.a. Friedrich Merz) sehen die hohe Zahl der Krankheitstage als Problem und die Telefon-AU als Mitverursacher. 
  • Missbrauchspotenzial: Arbeitgeberverbände und Teile der Politik befürchten, dass die Regelung missbraucht wird, um unnötige Krankschreibungen zu erhalten, um „blau zu machen“. 
  • Wirtschaftliche Folgen: Hohe Krankenstände belasten die Volkswirtschaft. 

 

Argumente der Befürworter 

Krankenkassen und Ärzteverbände hingegen plädieren für die Beibehaltung der Option: 

  • Entlastung der Praxen: Ärzte sparen Zeit und Patienten müssen nicht mit Infektionen in Wartezimmern sitzen. 
  • Kaum Missbrauch: Studien (z.B. AOK) zeigen, dass die telefonische AU nur einen kleinen Teil der Krankschreibungen ausmacht und kein systematischer Missbrauch erkennbar ist. 
  • Schutz vor Ansteckung: Patienten mit leichten Infekten (z.B. Atemwegserkrankungen) bleiben zu Hause und schützen andere. 
  • Flexibilität: Die Möglichkeit wird von Patienten als sehr sinnvoll empfunden. 

 

Fazit 

In der Debatte geht es um ein Gleichgewicht zwischen Arbeitnehmerrechten, Patientenschutz und wirtschaftlichen Interessen. Während Wirtschaft und Politik den Kurs verschärfen wollen, ordnen Krankenkassen und Ärzte die momentane Regelung als praktikable Lösung ein, die Missbrauch weitgehend ausschließt. Die Diskussion wird weitergehen, eine abschließende Entscheidung steht noch aus. 

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