Arbeitsschutzrisiken durch Cyberangriffe

aas Blog – Arbeitsschutzrisiken durch Cyberangriffe

Kommt es in einem Unternehmen zu einem Cyberangriff, der die Steuerung von Maschinen oder interne Prozesse beeinträchtigt, sind nicht nur wirtschaftliche Schäden die Folge. Auch die Sicherheit und Gesundheit der Beschäftigten kann ernsthaft gefährdet sein: Manipulierte Maschinen erhöhen etwa das Unfallrisiko, während Datenmissbrauch oder Erpressungsversuche zu psychischen Belastungen führen können. Solche Arbeitsschutzrisiken durch Cyberangriffe müssen daher im modernen Arbeits- und Gesundheitsschutz zwingend mitgedacht werden, wie dieser Blogbeitrag zeigt. 

Hohe Anforderungen an Sicherheit und Gesundheitsschutz 

Die Arbeitsschutzrisiken durch Cyberangriffe am Arbeitsplatz sind vielfältig. Dennoch darf dies bei Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz zu keinen Abstrichen führen. Das gesetzlich geforderte Schutzniveau bleibt hoch: Arbeitgeber müssen sichere Arbeitsbedingungen gewährleisten – einschließlich des Schutzes vor Gefährdungen durch Cyberangriffe. Gleichzeitig tragen auch Arbeitnehmer Verantwortung, indem sie IT-Systeme sicherheitsbewusst nutzen und die vorgesehenen Schutzmaßnahmen einhalten. 

Physische Gefahren durch manipulierte Systeme 

Cyberangriffe auf Unternehmensnetzwerke, Produktionssysteme oder IoT-Geräte können erhebliche Folgen für die körperliche Sicherheit haben. Besonders kritisch sind Angriffe auf Maschinensteuerungen: Wird deren Software manipuliert, können Schutzvorrichtungen versagen oder unkontrollierte Bewegungen auftreten. Maschinen arbeiten dann außerhalb sicherer Parameter, wodurch etablierte Arbeitsschutzmaßnahmen ins Leere laufen. 

Auch Schadprogramme wie Ransomware stellen ein Risiko dar. Werden sicherheitsrelevante Daten verschlüsselt, können Brandmelde- oder Notfallsysteme ausfallen – mit gravierenden Konsequenzen für die Arbeitssicherheit. 

Psychische Belastungen durch digitale Bedrohungen 

Arbeitsschutzrisiken durch Cyberangriffe betreffen nicht nur die physische, sondern auch die psychische Gesundheit der Beschäftigten. Kommt es zu Datenabflüssen, können diese für Phishing-Angriffe oder persönliche Erpressungen missbraucht werden. Betroffene Mitarbeiter erleben dadurch oft eine erhebliche psychische Belastung, die im Rahmen des Gesundheitsschutzes unbedingt berücksichtigt werden muss. 

Integration in den Arbeitsschutz 

Eine starke Sicherheitskultur ist die Grundlage für einen möglichst gefahrarmen Arbeitsplatz. Im digitalen Zeitalter muss diese Kultur jedoch zwingend um den Aspekt der Cybersicherheit erweitert werden. Die zunehmende Vernetzung macht es erforderlich, IT-Sicherheitsmaßnahmen systematisch in Arbeitsschutzkonzepte zu integrieren. Nur ein ganzheitlicher Ansatz, der beide Bereiche verbindet, kann Risiken wirksam minimieren. 

Die Gefährdungsbeurteilung spielt hierbei eine Schlüsselrolle: Neben klassischen Arbeitsschutzaufgaben müssen auch Gefahren durch Cyberangriffe erkannt und in die Gefährdungsbeurteilung einbezogen werden. Diese Beurteilungen müssen regelmäßig aktualisiert werden, um neue Technologien, IT-Veränderungen und mögliche Angriffsvektoren zu berücksichtigen. Erfasst werden sollten sämtliche Systeme und Geräte – von Maschinensteuerungen und IoT-Komponenten über mobile Endgeräte bis hin zu kritischen Infrastrukturen. 

Fazit: Arbeitsschutzrisiken durch Cyberangriffe ernst nehmen 

Cyberangriffe sind längst nicht mehr nur ein IT-Problem, sondern eine reale Gefahr für Sicherheit und Gesundheit der Beschäftigten. Manipulierte Maschinen, ausgefallene Schutzsysteme oder auch psychische Belastungen durch Datenmissbrauch zeigen deutlich, dass Cybersicherheit im Arbeitsschutz nicht vernachlässigt werden darf. Entscheidend ist ein ganzheitlicher Ansatz, der IT-Sicherheit und klassischen Arbeitsschutz eng miteinander verzahnt. Die Gefährdungsbeurteilung bildet dabei das zentrale Instrument, um Risiken systematisch zu erkennen, regelmäßig zu bewerten und wirksam zu minimieren. Nur so lässt sich eine Sicherheitskultur schaffen, die den Herausforderungen der digitalen Arbeitswelt gerecht wird. 

Quelle: Prävention Aktuell, Portal E-Magazin, Ausgabe 06/2024 

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