Gespräche mit der Geschäftsleitung gehören zum festen Bestandteil der Betriebsratsarbeit. Ob im Monatsgespräch nach § 74 BetrVG, in Verhandlungen über Betriebsvereinbarungen oder bei der Besprechung konkreter Maßnahmen – der Betriebsrat muss regelmäßig seine Position darstellen, Informationen einfordern und Lösungen verhandeln. Eine professionelle Gesprächsführung hilft dabei, Interessen klar zu vertreten, Missverständnisse zu vermeiden und Gespräche zielgerichtet zu gestalten.

Professionelle Gesprächsführung bedeutet dabei nicht, besonders rhetorisch aufzutreten oder den Gesprächspartner „zu überreden“. Entscheidend ist vielmehr eine strukturierte Vorbereitung, eine klare Darstellung der eigenen Position und ein respektvoller Umgang mit der Arbeitgeberseite.

Gute Vorbereitung als Grundlage

Ein erfolgreiches Gespräch beginnt in der Regel lange vor dem eigentlichen Termin. Der Betriebsrat sollte sich im Vorfeld darüber verständigen,

  • welches Ziel mit dem Gespräch erreicht werden soll,
  • welche Argumente für die eigene Position sprechen,
  • welche Informationen noch benötigt werden,
  • und welche möglichen Einwände von Arbeitgeberseite zu erwarten sind.

Diese Vorbereitung erfolgt in der Regel im Betriebsratsgremium oder in einem zuständigen Ausschuss. Dabei kann auch festgelegt werden, wer bestimmte Themen anspricht oder welche Rolle einzelne Betriebsratsmitglieder im Gespräch übernehmen.

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Die Aufgaben des Betriebsratsvorsitzenden und des Stellvertreters – Teil 1

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Basiswissen für Betriebsratsvorsitzende und Stellvertreter


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Die Aufgaben des Betriebsratsvorsitzenden und des Stellvertreters – Teil 2

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Aufbauwissen für Betriebsratsvorsitzende und Stellvertreter


  • Datenschutz und Umgang mit sensiblen Informationen im Betriebsratsbüro
  • Organisation der Betriebsratsarbeit durch den Betriebsratsvorsitzenden
  • Möglichkeiten, um mit den Arbeitnehmern in Kontakt zu kommen

Klar und strukturiert argumentieren

Während des Gesprächs ist es wichtig, die eigenen Anliegen klar und verständlich darzustellen. Eine strukturierte Darstellung hilft dabei, dass Argumente nachvollziehbar bleiben und der Gesprächsverlauf nicht unübersichtlich wird.

Dabei kann es hilfreich sein,

  • zunächst den Sachverhalt darzustellen,
  • anschließend die Auswirkungen auf die Beschäftigten zu erläutern,
  • und schließlich konkrete Vorschläge oder Erwartungen des Betriebsrats zu formulieren.

Eine solche Struktur erleichtert es der Arbeitgeberseite, die Position des Betriebsrats zu verstehen und sich damit auseinanderzusetzen.

Aktiv zuhören und nachfragen

Professionelle Gesprächsführung besteht nicht nur aus dem Vortragen eigener Argumente. Ebenso wichtig ist es, aufmerksam zuzuhören und die Position des Gesprächspartners zu verstehen. Oft lassen sich erst durch Nachfragen wichtige Hintergründe oder Interessen erkennen.

Offene Fragen können dabei helfen, zusätzliche Informationen zu erhalten, etwa:

  • Welche Ziele verfolgt die Geschäftsleitung mit einer bestimmten Maßnahme?
  • Welche Rahmenbedingungen spielen bei der Entscheidung eine Rolle?
  • Welche Alternativen sind aus Sicht des Arbeitgebers denkbar?

Solche Fragen fördern eine sachliche Diskussion und können neue Lösungsansätze eröffnen.

Ruhe bewahren – auch in schwierigen Situationen

Gespräche zwischen Betriebsrat und Arbeitgeber können mitunter kontrovers verlaufen. Unterschiedliche Interessen oder starke Positionen führen manchmal zu angespannten Situationen. Gerade dann ist es wichtig, ruhig und sachlich zu bleiben.

Persönliche Angriffe oder emotionale Reaktionen helfen in solchen Situationen meist nicht weiter. Eine professionelle Gesprächsführung zeichnet sich vielmehr dadurch aus, dass der Betriebsrat auch bei Meinungsverschiedenheiten respektvoll bleibt und sich auf sachliche Argumente konzentriert.

Gespräche im Team führen

Auch wenn der Betriebsratsvorsitzende häufig eine zentrale Rolle in Gesprächen mit der Geschäftsleitung übernimmt, sollten wichtige Gespräche möglichst nicht von einer einzelnen Person geführt werden. Wenn mehrere Betriebsratsmitglieder beteiligt sind, können unterschiedliche Perspektiven eingebracht und wichtige Punkte besser dokumentiert werden.

Eine vorherige Rollenverteilung kann dabei hilfreich sein, etwa:

  • Gesprächsleitung
  • Darstellung bestimmter Themenbereiche
  • Mitschrift oder Dokumentation des Gesprächs

Diese Struktur erleichtert es dem Betriebsrat, Gespräche effizient zu führen und später im Gremium über den Verlauf zu berichten.

Ergebnisse sichern und nachbereiten

Nach wichtigen Gesprächen mit der Geschäftsleitung sollte der Betriebsrat die Ergebnisse intern auswerten. Dazu gehört insbesondere, festzuhalten,

  • welche Punkte besprochen wurden,
  • welche Vereinbarungen oder Zwischenergebnisse erzielt wurden,
  • und welche Themen noch offen sind.

Diese Struktur erleichtert es dem Betriebsrat, Gespräche effizient zu führen und später im Gremium über den Verlauf zu berichten.

Jörg Reiniger
Jörg Reiniger
Experte für strategische Gremienarbeit | Seminarentwickler | Spezialist für Mitbestimmung & Organisationsentwicklung

Jörg Reiniger ist Experte für die strategische und rechtssichere Weiterentwicklung von Betriebsrats-, Personalrats- und SBV-Arbeit. Seit vielen Jahren konzipiert und entwickelt er Seminar- und Kongressformate für Arbeitnehmervertretungen und begleitet Gremien bei der professionellen Organisation ihrer Arbeit. Seine besondere Stärke liegt in der Verbindung von juristischer Präzision, praxisnaher Umsetzbarkeit und struktureller Organisationsentwicklung. Er denkt Gremienarbeit nicht nur rechtlich, sondern strategisch – von der Beschlussfassung bis zur nachhaltigen Ausrichtung der Amtszeit.

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