Arbeiten bis zur Rente? Nur mit Gesundheit und Wertschätzung

Hitze Am Arbeitsplatz
Ines Heinsius
Ines Heinsius | 27.07.2026
Volljuristin in der Rechtsabteilung der aas Akademie

Die Deutsche Angestellten-Krankenkasse (DAK) hat ihren aktuellen Gesundheitsreport veröffentlich. In diesem hat sie die Situation älterer Beschäftigter in Deutschland unter den Aspekten Rentenpläne und Krankenstand untersucht. Die wichtigsten Ergebnisse lesen Sie hier. Erfahren Sie außerdem, welchen Einfluss ein starkes Betriebliches Gesundheitsmanagement und Wertschätzung gegenüber den Mitarbeitenden haben kann.  

 

Viele Beschäftigte wünschen sich einen früheren Renteneintritt 

Der Wunsch, vor dem regulären Rentenalter aus dem Berufsleben auszuscheiden, ist weit verbreitet. Laut der repräsentativen Befragung denkt nahezu jede zweite beschäftigte Person über einen vorzeitigen Renteneintritt nach. Nur gut ein Drittel möchte bis zum gesetzlichen Rentenalter arbeiten, während neun Prozent sogar darüber hinaus erwerbstätig bleiben wollen. Besonders ausgeprägt ist der Wunsch eines vorzeitigen Renteneintritts bei Beschäftigten ab 50 Jahren: Mehr als die Hälfte plant, früher in den Ruhestand zu gehen. Dabei spielt der Gesundheitszustand eine entscheidende Rolle. Von den Befragten, die ihre Gesundheit als gut einschätzen, möchten 49 % vorzeitig aus dem Berufsleben ausscheiden. Unter denjenigen, die ihre Gesundheit als schlecht bewerten, steigt dieser Anteil auf 60 %. 

 

Wertschätzung erhöht die Bereitschaft, länger im Beruf zu bleiben 

Neben der Gesundheit spielt auch die Wertschätzung im Arbeitsalltag eine zentrale Rolle, wenn es darum geht, Beschäftigte möglichst lange im Erwerbsleben zu halten. Für 40 % der Befragten ab 50 Jahren ist mehr Anerkennung ihrer Arbeitsleistung die wichtigste Voraussetzung, um gesund, motiviert und leistungsfähig bis ins höhere Alter arbeiten zu können. Ebenso wichtig ist vielen der Umgang mit ihrem Erfahrungswissen: 36 % wünschen sich, dass ihre beruflichen Kenntnisse und Erfahrungen stärker anerkannt und im Arbeitsalltag besser genutzt werden. Der Gesundheitsreport zeigt zudem, dass mangelnde Wertschätzung konkrete Auswirkungen auf die Ruhestandsplanung hat. Beschäftigte ab 50 Jahren, die sich in ihrem Erfahrungswissen wenig anerkannt fühlen, planen häufiger einen vorzeitigeren Renteneintritt als diejenigen, die sich ausreichend wertgeschätzt fühlen. 

 

Ältere Beschäftigte fehlen seltener – fallen im Krankheitsfall aber länger aus 

Der DAK-Gesundheitsreport räumt mit einem weit verbreiteten Vorurteil auf: Die Leistungsfähigkeit älterer Beschäftigter unterscheidet sich kaum von der jüngerer Kolleginnen und Kollegen. Auch bei den Fehlzeiten zeigt sich ein differenziertes Bild. So werden Beschäftigte ab 50 Jahren seltener krankgeschrieben als Jüngere. Erkrankungen älterer Beschäftigter verlaufen jedoch häufig schwerer, sodass sie im Durchschnitt deutlich länger arbeitsunfähig sind. Ein Krankheitsfall dauert bei ihnen etwa doppelt so lange wie bei jüngeren Beschäftigten. Und: Mit zunehmendem Alter steigt der Krankenstand kontinuierlich an. 

 

Aktivrente stößt auf Interesse – gesundheitliche Hürden bleiben 

Die geplante Aktivrente findet bei vielen Beschäftigten ab 50 Jahren grundsätzlich Zustimmung. Nach den Ergebnissen des DAK-Gesundheitsreports stehen 65 % dem Modell offen gegenüber. Eine klare Bereitschaft, das Angebot später tatsächlich zu nutzen, zeigt sich jedoch nicht: Lediglich 24 % können sich gut vorstellen, über die Aktivrente länger berufstätig zu bleiben. Weitere 41 % schließen dies zwar nicht aus, während 35 % das Modell grundsätzlich ablehnen. Vor allem gesundheitliche Aspekte beeinflussen die Einstellung zur Aktivrente. Insbesondere Frauen geben häufig an, dass gesundheitliche Einschränkungen einem längeren Verbleib im Berufsleben entgegenstehen könnten. Zudem äußern sie häufiger als Männer Zweifel daran, nach Erreichen des Rentenalters überhaupt noch ein passendes Beschäftigungsangebot zu erhalten. 32 % der Frauen – gegenüber 27 % der Männer – gehen davon aus, dass ältere Beschäftigte auf dem Arbeitsmarkt schlechtere Chancen haben und deshalb seltener eingestellt werden. 

 

Fazit 

Ein längeres Erwerbsleben gelingt vor allem dort, wo ein nachhaltiges Betriebliches Gesundheitsmanagement auf eine wertschätzende Unternehmenskultur trifft, die die Erfahrung älterer Beschäftigter anerkennt und nutzt. 

 

Quelle: Pressemitteilung der DAK v. 22. Juni 2026

Den Link zum Report finden Sie hier.

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Ines Heinsius
Ines Heinsius
Volljuristin in der Rechtsabteilung der aas Akademie

Ines Heinsius ist seit mehr als 20 Jahren im Bereich Fort- und Weiterbildung für Betriebsräte tätig. Neben der Konzeption und Entwicklung von Seminaren und Kongressen gehören sowohl die Kundenberatung zu Seminarinhalten und Schulungsanspruch als auch die Recherche und das Texten von redaktionellen Beiträgen zu den Schwerpunkten ihrer Tätigkeit. Ines Heinsius schreibt außerdem als freie Autorin regelmäßig Artikel für eine Fachzeitschrift für Betriebsräte.

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